British Columbia 1. Teil

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Reiseroute durch

British- Columbia im

Mai 2017.

 

1168 km

 

9 Tage

 

Vancouver

Am 13.Mai holen wir die zwei total übermüdeten Jungs, Philipp und David vom Vancouver-Airport ab. Einen Campingplatz für die erste Nacht haben wir bereits vorab in Burnaby besichtigt und gebucht. Bisher haben wir in den 7 Monaten nur drei Nächte auf einem Campground verbracht, aber mit den beiden Jungs und einem Zelt sowie den benötigten Toiletten und Duschen, müssen wir uns für die kommenden 20 Nächte darauf einstellen. Zur ersten Akklimatisierung der Beiden fahren wir aber zuerst einmal in Vancouver zum schönen Granville Market mit Blick aufs Wasser und bummeln gemeinsam für 1-2 Stunden hier herum. Der Campingplatz bietet dann noch eine sehr luxuriöse Annehmlichkeit, ein beheiztes Innen-Schwimmbad mit einem großen, heißen Whirlpool. Wir sind den ganzen Abend die einzigen Besucher hier und geniessen dies ausgiebig. Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen und reichhaltigen Frühstück ` Chez MAN ` fahren wir gemütlich mit dem Sky-Train, dem öffentlichen städtischen Transportsystem in die Innenstadt von Vancouver. Diese Stadt gilt als eine der schönsten Städte der Welt, was wir alle vier nur bestätigen können. Überall Wasser, glänzende Hochhäuser, Viertel mit asiatischen und europäischen Bistros, Restaurants und Pubs. Schöne Flaniermeilen mit kleinen Boutiquen und Kunstgeschäften wechseln ab mit Edelkaufhäusern wie Macy`s oder Nordstrom. Wir tapern allerdings zielstrebig zuerst einmal in ein Schmuddelviertel mit lauter drogensüchtigen Zombies, die mit stierem Blick durch die Straßen torkeln. Philipp und David nennen dieses Viertel auch sehr treffend: „The Four Blocks of Hell“

Die angrenzende China-Town ist heute am Sonntag leider ausgestorben, dafür entschädigt uns aber der schönste Teil der Altstadt, die Gas-Town. Dies ist eine mit großen Bäumen und teilweise Kopfsteinpflaster verschönte Ausgehmeile, die mit viel Liebe zum historischen Detail nach dem großen Brand von 1889 nach und nach wieder hergerichtet worden ist. Anziehungspunkt für alle Touristen ist neben den unzähligen Kneipen eine Steam-Clock, eine sehr englische, mit Dampf betriebene Straßenuhr, die jede volle Stunde die Anzahl der Stunden mit Dampfstössen und einem Husch-Husch-Geräusch anzeigt. Von hier aus laufen wir noch endlos an der traumhaften Hafenpromenade entlang, wo wir schöne Hausboote, luxuriöse Jachten, Wasserflugzeuge und vieles mehr anschauen, bis unsere Füsse rund sind. 

Vancouver Island

An einem völlig verregneten Montag fahren wir mit der Fähre nach Vancouver Island. Wir zahlen ca. 160,- Can $ und verbringen die meisste Zeit im Auto, da es an Deck extrem ungemütlich und ausser grauen Wolken nichts zu sehen ist. Von Nanaimo fahren wir in Richtung Norden und es ist fast schon dunkel, als wir auf einem kleinen Campground in der Nähe eines angelgeeigneten Sees ankommen. Philipp und David verbringen fast den ganzen Tag auf dem Wasser des Spider Lake und am Abend grillen wir den gefangenen Fisch und noch ein paar Bratwürste.

 

Der Weg an die Pazifikküste soll uns laut Google Maps über eine Nebenstrecke quer durch die Insel bringen. Die Strasse ist zunächst gut ausgebaut und wird dann zu einer privaten Logging-Road  der Holzindustrie, die zunehmend zu einer schlechten Piste wird. Irgendwann stehen wir an einer Weggabelung und wählen die augenscheinlich breitere und bessere Piste, die allerdings nach einigen km an einer schon vor vielen Jahren zusammengebrochenen Holzbrücke endet. Also zurück und die andere Strecke fahren. Auch hier ist nach einigen km Schluss zwischen den Bäumen. Offenbar gibt es hier keine durchgehende Strecke mehr und so müssen wir nach stundenlanger und anstrender Fahrt den gesamten Weg zurück.

 

Erst am Abend erreichen wir den rustikalen Campground von Port Renfrew, einem Anglerparadies direkt am Wasser. Einziger Luxus hier: Ein Plumps-Klo! Dafür aber Natur satt, mehrfach am Tag Besuch einer weißen Robbe, die uns aus dem Wasser heraus beim campen beobachtet, Weisskopf-Seeadler direkt über uns, sowie ein Rudel kanadische Elks. Das sind keine Elche, sondern Wapiti-Hirsche. Auf dem Platz sind nur Angel-Freaks unterwegs. Zwei von ihnen laden uns für den Abend auf einen Topf voller Dungeness Crabs ein, die die beiden gerade frisch aus dem Meer geholt haben. Zunächst sehen diese etwas ungewohnt aus, so groß und intakt die gekocht im Eimer liegen. Nachdem wir sie probiert haben, gibt es aber kein Halten mehr.... So dermassen lecker schmecken die. Viel besser als der Hummer, den wir in Nova-Scotia öfter mal probiert haben. Die Fisher-Men sagen, diese Krabbe sei das Beste, was hier aus dem Meer kommt. Man darf pro Tag nur 8 Stück entnehmen. Eine kostet auf dem Markt ca. 40,- Can $.

Das etwas trübe Wetter verschönern wir am Abend mit hawaianischen Bieren und auch das obligatorische Lagerfeuer gehört mittlerweile auch für uns zum ¨American Way of Life¨.

Am Pacific-Rundwanderweg schnüren wir die Wanderschuhe und laufen über verwunschene Pfade, durch Wälder mit total verschlungenen Bäumen und vielen Farnen zum Strand. Dieser überwältigt uns einmal wieder durch seine naturbelassene Schönheit, mit hunderten von angeschwemmten, ausgeblichenen Bäumen sowie den kleinen Felsinseln am und im Wasser. Hier wachsen Miesmuschel-Bänke wohin das Auge schaut. Wir sehen Entenmuscheln und lebende See-Anemonen, die auf die zarteste Berührung reagieren und sich komplett zusammenziehen. 

Victoria

Nächster Anlaufpunkt ist Victoria, die grösste Stadt auf Vancouver-Island und der Besuch von Christoph und seiner Familie. Philipp hat über sein Angel-Forum seit längerem Kontakt und wurde herzlich eingeladen, mit ihm und seinem hochseetüchtigen Boot einmal auf dem Pacifik nach großen Fischen zu angeln. Am Abend gibt es Lachs- und Heilbutt vom Grill bei Christoph für alle.

Am nächsten Morgen startet Philipp mit Christoph in aller Früh und wir fahren mit David nach Victoria, um ein spezielles Downhill-Bike zu mieten und ihn dann zum angesagten Bike-Park zu bringen. Dort werden wir von einem anderen Biker angesprochen der uns das Sea-Cider empfiehlt, wo es den besten Cider hier auf der Insel geben soll. Wir fahren bei superblauem Himmel und sommerlichen Temperaturen zur Verköstigung auf der sonnigen Terrasse mit Blick auf das blaue Wasser und lassen es uns kulinarisch gutgehen. Von den Tischnachbarn bekommen wir schon den nächsten Tip für den späten Nachmittag:  „Butchart Gardens“, einer der schönsten botanischen Gärten in ganz Nordamerika. Gesagt, getan, wir fahren hin und sind komplett begeistert von der Komposition der Landschaftsarchitekten. Englische Gärten wechseln mit Farn- und Schattengärten, japanische und italienische Gärten vervollkommnen das blühende Paradies. Ich verliebe mich vollständig in den blauen Klatschmohn, der hier an vielen Stellen blüht und kaufe mir Samentüten mit dieser wunderschönen Blume für die Zeit nach unserer Heimkehr nach Bad Camberg.
Am Abend ist David begeistert von dem Bikepark und Philipp schwärmt von den zwei riesigen Heilbutt die sie bei Ihrer Tour geangelt haben und die noch zerlegt und eingefroren werden.

Nach einem sonntäglichen Rundgang durch Victoria setzen wir mit der Fähre nach Port Angeles/USA über, um den wundervollen Olympic Nationalpark in Washington zu besuchen, ausserdem wartet Heike auf unseren Besuch in Twisp in den Cascade Mountains. 

Washington - 1. Teil

Washington - 2. Teil

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letztes Update:

08.10.2017

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