British Columbia 3. Teil

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Reiseroute von durch den Nordwesten British Columbias von Alberta in die Yukon Territories

 

1.914 km

 

11 Tage

Mount Robson

Wir verlassen die Nationalparks von Alberta und folgen nun weiter dem Yellowhead-Highway in Richtung Norden - hier in Kanada und Alaska haben fast alle Fernstrassen einen Namen. Dabei durchqueren wir den Mount-Robson-Park. Es ist unglaublich, wie viele Schwarzbären und Grizzlies wir hier am Strassenrand zu sehen bekommen, manchmal auch mit Jungen im Schlepptau. Mount Robson, der mit 3954 m höchste Berg der kanadischen Rockies verhüllt zwar, wie so oft, die oberste Spitze in den Wolken, aber der Himmel ringsum ist dunkelblau und die unten blühenden Lupinen, Akeleien und Indianernesseln geben einen schönen Rahmen dazu ab.

Entlang des Highway in Richtung Norden werden die Orte zunehmend kleiner und die Abstände grösser. Es gibt es nur noch wenige Orte wie Prince George, Vanderhoof und Smithers, die wir uns zumeist etwas genauer anschauen.

New Hazelton

In New Hazelton besuchen wir einen kleinen Farmers Market. Eine Brücke über eine sehr tiefe Schlucht, in der unten ein tosender Wasserstrom zu sehen ist bringt uns weiter zum Ksan Historical Village, einem indianischen Museumsdorf mit schön bemalten Holzhäusern, vielen Totempfählen und anderen geschnitzten Figuren, die die Geschichte des Stammes erzählen. In dieser Gegend gibt es noch drei andere Stellen, an denen man die schön geschnitzten Stammes-Totems anschauen kann. Wir fahren eine nach der anderen ab. Hier gibt es einige Dörfer, die ausschließlich von Native Americans, also den Ureinwohnern bewohnt werden. 

Stewart - Hyder - Salmon Glacier

Auf dem Stewart-Cassiar-Highway fahren wir endlos und auch eintönig Richtung Norden durch eine menschenleere Berglandschaft, den Waldgebieten der kanadischen Holzwirtschaft. Natürlich sind wir gespannt auf den nächsten Ort „Mezzadine-Junction“.  Dort angekommen, entpuppt sich das Ganze als eine Tankstelle an einer Kreuzung mit einer Hand voll Containern unter einem Wellblechdach – dem Motel. Die hier ans Meer abzweigende Strasse führt uns direkt am Bear-Glacier vorbei, der erste Gletscher der direkt neben der Strasse in seinen Gletschersee mündet. Kurz nach dem Bear-Gletscher taucht auch schon eine Schwarzbärin mit einem Jungen auf. Wir halten und fahren ein Stück zurück um die beiden zu beobachten. Unsere Begeisterung kennt keine Grenzen, als plötzlich noch ein zweites, tapsiges Bärenkind aus dem Gebüsch kommt und sich zu seinem Geschwister gesellt. Die Bärenmama hat uns im Blick, stört sich aber nicht weiter daran, lediglich ein regelmässiger Kontrollblick in unsere Richtung zeigt uns, dass sie uns sehr wohl bemerkt hat.

In Stewart angekommen, hat man das Gefühl, eine Zeitreise in die Vergangenheit zu machen. Die kleine Stadt liegt am Portland-Canal, einem 114 km langen Fjord. Sie ist ein Überbleibsel aus einem Boom zur Zeit des 1. Weltkrieges, als hier wegen Minen-Bergbaus die Bevölkerung auf 10.000 Menschen anschwoll. Die Minen waren aber nur wenig ergiebig, sodass heute hier nur noch um die 400 Menschen leben. Eine Besonderheit ist die nach Stewart folgende kleine Stadt Hyder, die eine kleine Alaska-Enklave ist. Hier kann man, und das ist einmalig, ohne jegliche Zollabfertigung in diesen kleinen Zipfel der USA einreisen. - allerdings gibt es auch nur den gleichen Weg wieder nach draußen.  Bei den Kanadiern muss man dann aber wieder eine vollständige Zollabfertigung mit Passkontrolle und den üblichen Fragen nach Waffen und Alkohol absolvieren. Hyder selbst ist jedenfalls urig wie aus einem alten Westernfilm und in dem örtlichen „Glacier Inn“ bekommt man nach dem Konsum eines Glas Schnaps mit 75% Alkohol, welches unter Aufsicht der Inhaberin auf einen Zug geleert werden muss, eine Urkunde ausgestellt, die bestätigt, dass man nun „Hyderized¨ sei. Die Wände dieser Bar sind über und über mit Dollarnoten von Besuchern beklebt - viele davon mit einer persönlichen Widmung darauf. Von Hyder aus fahren wir über eine 35 km lange Piste an deren Ende man einen wunderbaren Blick aus erhöhter Position auf den beeindruckenden Salmon Glacier hat. Auf der gleichen Strecke geht es zurück nach Kanada. Lustigerweise haben wir am zweiten Tag wieder den gleichen Zöllner vor uns, der uns wieder die Pässe abverlangt und wieder die gleiche Frage nach dem Alkohol stellt. Wahrheitsgemäss antwortet Michael: „Wir haben genau 2 Flaschen Bier weniger als gestern“.

 

 

Steward - Cassiar Highway

Auf unserem weiteren Weg Richtung Norden bekommen wir plötzlich einen Platten hinten links. Die gesamte Luft ist innerhalb von 1 Minute komplett weg. Die Ursache ist ein kleiner Schnitt am Rand der Lauffläche. Also muss zuerst einmal Reifenwechsel sein, bevor wir weiterfahren können. Nach unserer Mittags-Rast erneuert Michael den Auspuffschlauch des Generators und entdeckt dabei die Ursache für das metallische Geräusch beim Einfedern vorne links, was schon seit längerem aufgetreten ist. Die Aufhängelasche der Vorderfeder kollidiert mit dem Batteriekasten und hat dort bereits eine Halteschraube abgerissen, was die Situation noch weiter verschlechtert hat. Wir richten uns auf einem ruhigen Platz auf einen längeren Boxenstopp ein. Um das Problem dauerhaft zu beheben, muss der Batteriekasten um einige Zentimeter nach hinten versetzt werden. Die ganze Aktion hat dann am Ende noch einmal 10 Stunden gedauert. Danach fahren wir weiter, bis wir nach Jade City kommen. Der hochtrabende Name besteht exakt aus einem Verkaufsraum für Schmuck und Gegenstände aus Jade, welcher hier in dieser Gegend vorkommt, hier abgebaut und bearbeitet wird. Ich werde mit einem schönen Ring fündig und weiter geht die Fahrt.

Unser nächster Bär ist ein brauner Schwarzbär, den wir am Straßenrand entdecken. Wir haben mittlerweile die Unterscheidungsmerkmale der Gattung Schwarzbären und Grizzlies erlernt und wissen, dass es schwarze, braune und sogar blonde Schwarzbären gibt. Man kann die Tiere an der Form der Ohren sowie der Stirn unterscheiden. Ein weiteres Merkmal der Grizzlies ist der Höcker zwischen Kopf und Schulter und die langen Klauen an den Tatzen. Als nächstes beobachten wir noch ein vor unserem Auto herumlaufendes, sehr putziges Stachelschwein. 

Alberta

Yukon

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letztes Update:

08.10.2017

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