Baja California (zurück durch den Norden)

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Unsere Rückfahrt entlang der Ostküste der Baja California

Punto San Francisquito

Auf unserer weiteren Fahrt zur Küste stellen wir begeistert fest, dass die Wüste jetzt bereits blüht. Nicht nur viele Kakteenarten und Büsche blühen, sondern auch der Boden ist teilweise komplett mit lila und gelben Bodendeckern übersäht. Die Piste ist auf diesem ersten Teilstück in einem hervorragenden Zustand, sodass wir hier mit 80 bis 90 km/h fahren können. Wir erreichen El Arco, eine alte verlassene Minenstadt mitten im Nichts. Hier gibt es eine vergleichsweise große Kirche, verlassene Häuser, einen schönen Friedhof mit vielen Christus-Statuen auf den Gräbern. Über eine gute, fast weiße Sandpiste fahren wir bis zur Ostküste der Baja, zurück an den Golf von Kalifornien. Dort machen wir Halt in San Francisquito, einem winzigen Fischerdorf mit einigen ehemals recht netten Häusern direkt am Strand - ebenfalls seit Jahren verlassen. Wir erforschen die Grundstücke, teilweise sind sogar ganz aufwändige Häuser dabei, die einfach verlassen und dem Verfall preisgegeben wurden. Irgendwie ein Jammer. Die Lage und der Ausblick - in Europa nicht zu bezahlen. Wir fragen uns wieder einmal, welche Umstände wohl dazu geführt haben, dass die zweifelsohne von Amerikanern erbauten Häuser einfach vergammeln. Vom Rundgang zurückgekehrt werden wir von einem älteren Mexikaner in seinem Jeep erwartet, der von uns 10,-$ pro Person fordert, einfach nur, damit wir hier am Strand stehen dürfen. Michael bietet ihm 10,-$ Insgesamt an. Irgendwie passt das dem Mann nicht und er fährt einfach davon. Wir finden das Verhalten mehr als merkwürdig und beschließen, uns einen anderen Platz für die Nacht zu suchen. Als wir abfahren wollen, graben wir uns mit den Hinterrädern in dem weichen Lehmboden unter dem Sand bis fast auf die Achse ein. Nach beinahe 3 Stunden Sandschippen, Sandbleche vom Dach holen usw. kommen wir bei totaler Dunkelheit frei. Wir beschließen jetzt doch über Nacht hier zu bleiben. Am nächsten Morgen taucht der Typ wieder auf. Wir bleiben im Auto bis er wieder weg ist, dann fahren wir weiter. 

Bahia de Los Angeles

130 km Piste bis zur wunderschönen Bahia de Los Angeles liegen heute vor uns. Die Piste ist teilweise weggeschwemmt und wegen vieler felsiger und steiniger Abschnitte auch recht anstrengend. Zur Pause fahren wir an den einzigen Strand der Strecke mit einer Behausung, die auch bewohnt ist. Hier betreibt Paco, ein supernetter Mexikaner ein ganz einfaches Camp. Wir beobachten für 2 Stunden die Fischer, die gerade am Strand ihren Fang mit einem Käufer verhandeln, umringt von Mengen von aufgeregten Möwen, die auf die Fischabfälle warten, welche ins Meer zurückgeworfen werden. Von hier aus fahren wir noch den Rest der Strecke bis zur Bahia de los Angeles. Wir waren bereits bei unserer Fahrt in den Süden für vier Tage an dieser Bucht und wollen es noch einmal genießen, weil es so traumhaft schön ist. Wir sind völlig alleine hier und können, mit Blick auf die Kakteenwüste vor den Bergen in den weißen Dünen stehen und stundenlang am Wasser entlanglaufen, ohne jemandem zu begegnen. Wir beobachten spätnachmittags die Stachelrochen bei der Fortpflanzung am seichten Ufer, sehen wieder Pelikane, Geier und Möwen, riesige Gruppen von Tauchenten und einen einzelnen Delfin. Wir erkunden von hier mit der Honda noch die nähere Umgebung und fahren wieder in den kleinen Ort um nochmals die leckeren Tacos zu essen, die uns bereits beim ersten Mal gut geschmeckt hatten. Hier an der Bucht leben zahlreiche Amerikaner, die sich direkt am Strand einfache, aber teilweise nette Häuser gebaut haben. Nach einer Regennacht verbringen wir einen recht grauen Tag, der uns schliesslich mit einem fantastischem Regenbogen und dramatischen Wolkenformationen entschädigt. 

San Felipe

Im weiteren Verlauf unseres Weges nach Norden begleitet uns rechts und links der Straße eine Wüste mit großflächig blühendem Boden. Es ist eine meist in lila, teilweise auch in gelb blühende Pracht. In einem völlig leeren, großen Tal bei Esquina de Coco finden wir einen natürlichen Kakteengarten, der vom weltbesten Landschaftsarchitekten gestaltet sein könnte. Das ist er natürlich auch, denn niemand kann schöner gestalten als Mutter Natur. Wir sitzen lange inmitten dieser Kakteenwüste und hören der absoluten Stille zu. Dies ist der perfekteste Platz auf unserer bisherigen Reise. Leider gelingt es auch hier nicht die gesamte Schönheit und Atmosphäre der Landschaft auf den Fotos festzuhalten. Später wird die Gegend über weite Strecken völlig karg, abweisend und menschenfeindlich bis bei San Felipe wieder eine riesige Dünenlandschaft mit einem breiten Sandstrand beginnt. San Felipe ist ein beliebter Ferienort für Amerikaner, da die Grenze zur USA nur ca. 200 km entfernt ist. Der breite Strand und das sandige Hinterland ist ein beliebter Spielplatz für alle Arten von ATV’s (wie die Quads hier heißen) und Strandbuggys vom Käfer bis zum 8-Zylinder. Der Strand mit seinem schneeweißen Sand und den flachen Uferzonen lädt zu langen Spaziergängen ein. Hier gibt es einen relativ hohen Tidenhub und bei Ebbe kann man sehr weit ins Meer hineinlaufen und die interessanten Sandmuster am Meeresboden bewundern. Wir verbringen bei unserem letzten Sun-Downer und einem beeindruckenden Sonnenuntergang den Abend am Strand, solange es geht. Danach haben wir unsere letzte, wie immer sehr ruhige Nacht auf der wunderschönen Baja California. Am nächsten Abend überqueren wir bei Yuma die Grenze zur USA, nachdem ein Drogenhund unseren MAN von innen durchschnüffelt hat, der Biologe alle unsere Früchte, sowie vor allen Dingen eine Avocado (sehr gefährlich!) und eine Chorizo (mit Schweinefleisch!), sowie alle unsere Hühnereier (weil roh!) weggeworfen hat. Wir erhalten diesbezüglich noch eine Belehrung für den nächsten Grenzübertritt von Mexico mit etwas erhobenem Zeigefinger. Wir zeigen uns reumütig und weiter geht es nach Arizona.

In den letzten Wochen sind wir gut 4.900 Kilometer auf der Baja California gefahren. Alles in allem eine fantastische Erfahrung und zu 100 % empfehlenswert für Natur-, Wüsten- und Pistenfreunde. 

Baja California Sur

Arizona

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letztes Update:

08.10.2017

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