Alicante

Nach der meiner Landung in Alicante muss ich ( Petra ) mir als erstes die Jacke und das Halstuch vom Leib reissen, denn hier ist es 23° Grad. Zuhause in Bad Camberg hatte ich die letzten beiden Wochen eher etwas knapp über dem Nullpunkt. Michael steht bereits auf dem Parkplatz des Flughafens und da ich schrecklichen Hunger habe, möchte ich gleich in die Stadt und ein Menu del Dia essen. Alicante hat sehr schöne Ramblas direkt vor dem Jachthafen. Dort reihen sich die Restaurants aneinander und wir werden auch schnell fündig mit einem sehr schönen Terrassenplatz. Wir essen Paella, Dorade und Merluza, trinken Wein und Cortado. Anschließend bummeln wir über die Ramblas, machen einen längeren Spaziergang mit Blick auf das Meer und geniessen den Blick auf die schönen Häuser an der Uferpromenade. Nachdem wir uns müde gelaufen haben, finden wir einen Strand neben der Strasse, wo man sehr schön direkt am Meer stehenbleiben und übernachten kann.

 

Am nächsten Morgen nehmen wir unsere Honda und fahren mit ihr noch einmal in die Innenstadt. Wir suchen den Mercado Central, die große Markthalle. Nach der Besichtigung des dortigen Angebots setzen wir uns in die Sonne vor einer Tapas-Bar direkt am Haupteingang des Marktes. Dort essen wir Pa amb Tomate und geschmorten Tintenfisch, trinken Kaffee und Wein. Nachdem wir noch einige Gassen der Stadt durchwandert haben, laufen wir wieder zurück zu unserer Honda und fahren noch am Jachthafen entlang. Dort sehen wir eine sehr aufwändige Empore mit Blick über die Bucht. Es ist wohl die Tribüne des Volvo Ocean Race. Die Marina mit deren Vereinshaus sieht mehr als luxuriös aus!

Zurück am Auto können wir noch lange in der Sonne sitzen und aufs Meer schauen, bevor wir aufbrechen Richtung La Marina-Playa El Pinet. Dort suchen wir uns mit ordentlichem Abstand zu einigen anderen Wohnmobilen direkt hinter einem Pinienwald einen schönen Stellplatz. Eigentlich stehen überall Schilder – Acampar No (Camping verboten) aber die 2 x am Tag patrouillierende Polizei grüßt nur freundlich, zeigt Präsenz und lässt alle völlig unbehelligt dort campieren.
An diesem Playa sieht es aus, als wäre die Zeit stehengeblieben. Direkt am Strand stehen einige einfache flache alte Fischerhäusschen, die beinahe aussehen wie aus einem Wildwest-Film. Fantastisch, dass doch noch solch große Strandabschnitte völlig ursprünglich geblieben sind. Wir können kilometerweit am Strand spazieren, ohne ein einziges störendes Gebäude zu finden. Dort direkt am Strand gibt es auch ein sehr schönes Lokal mit einer Terrasse mit Meeresblick. Diese wird ab mittags von englischen, deutschen und holländischen Residenten gut besucht. Wir fühlen uns dort sehr wohl und bleiben 2 Tage. Wir gehen in den weitläufigen Pinienwäldern spazieren, am Strand wieder zurück und setzen uns mit einigen Leuten aus Berlin vor unser Auto. Wir braten uns frische Dorade auf unserem Aussenkochfeld, essen dazu selbstgemachten Kartoffelsalat und genießen diese sehr schöne Ecke Spaniens.

Bei unserem abendlichen Spaziergang zusammen mit Dana aus Berlin mit ihren beiden Hunden Nema und Lilly sehen wir tief im Pinienwald plötzlich einen alten Mann bäuchlings auf dem Waldboden liegen, wo er zappelnd versucht, wieder auf die Beine zu kommen. Seine ebenfalls betagte Frau reagiert völlig hilflos indem sie an seinem Arm zieht. Dies hilft natürlich nichts. Wir gehen schnell hin, drehen den Mann auf den Rücken und helfen ihm nach ein paar Minuten hoch. Er ist sehr unsicher auf den Beinen, deshalb hake ich ihn unter wir führen ihn vorsichtig auf die befestigte Strasse zurück, von wo aus die beiden zu Ihrem Auto gehen wollen.

 Am nächsten Tag machen wir mit der Honda einen Ausflug nach Elche. Als wir später wieder mit Dana und einer Tasse Kaffee und Lebkuchen vor unserem MAN sitzen kommen die beiden alten Leutchen angelaufen, die uns gesucht haben und sich unbedingt mit einem Café con Leche im Restaurant für unsere Hilfe vom Vorabend bedanken wollen. Diesen Gefallen tun wir ihnen natürlich sehr gerne. Nachdem die beiden Alten sich verabschiedet haben, bestellen wir uns auch gleich noch ein Menu del Dia für diesen Tag im Restaurant. Wir essen Fischsuppe, Paella, frittierte Tintenfische sowie Pulpo en Vinagre. Am nächsten Morgen ist es leider nicht mehr so sonnig und wir beschließen weiter zu fahren. 

Cartagena

Über Torrevieja fahren wir zur schmalen Landzunge von La Manga. Dort gefällt es uns kein bisschen, alles ist mit Hotelanlagen sowie vielen privaten Strandhäusern zugebaut. Die schmalen Strände sind noch mit angeschwemmtem Tang bedeckt. Von hier fahren wir weiter ins Landesinnere hinein und übernachten dort direkt neben einer Schafzucht.

Vom Übernachtungsplatz im landwirtschaftlich geprägten Hinterland geht es weiter nach Cartagena. Dort steuern wir als erstes den weitläufigen Hafen an, wo wir bereits nach kürzester Zeit einen großen Parkplatz finden. Ein wild gestikulierender Spanier weist uns einen Sonderplatz unter Palmen zu. Wir geben ihm 2 EUR und er verspricht uns wortreich, dass er unseren MAN keine Minute aus den Augen lassen wird. Wir hatten bisher in Spanien noch niemals auch nur den Anflug eines schlechten Gefühls bezüglich der Sicherheit unseres Fahrzeuges, aber was soll es, uns kostet es nicht viel, und der Spanier war glücklich. 

Cartagena ist einer der bedeutendsten Handelshäfen Spaniens und die größte Marinebasis am Mittelmeer. Es gibt eine sehr gepflegte Hafenpromenade mit Palmen und zahlreichen Museen. Dort steht ein supermodernes Kunstmuseum, es gibt Cafés, einen schönen Yachthafen und einen Fischereihafen. Wir betreten die Altstadt und folgen der Fussgängerzone. Sofort fallen uns die extrem schön renovierten Altstadt-Prachtbauten mit den schmiedeeisernen Balkonen auf. Viele der alten Häuser sind bereits vollständig renoviert, manche werden gerade renoviert und einige warten noch auf diese Erweckung aus dem Dornrösschen-Schlaf. Man sieht jedenfalls, dass viele der Häuser erhalten werden sollen. Teilweise sind nur noch die Fassaden abgestützt und dahinter wird komplett neu aufgebaut. Es ist Sonntag und die Spanier sitzen wie immer in den Tapas-Bars und Restaurants. Wir entscheiden uns für eine Arroceria und werden nicht enttäuscht. Der Reisteller mit Tintenfisch schmeckt hervorragend. Wir schlendern den halben Tag durch die Gassen und schauen uns auch die Seitengässchen mit ihrem eigenartig morbiden Charme an. Leider wurde die alte Stierkampfarena sehr viele Jahre vernachlässigt.
Am späten Nachmittag fahren wir weiter Richtung La Azohia‚ einer von anderen Wohnmobilisten als sehr schön beschriebenen Bucht. Bei Ankunft in La Azohia treffen wir auf eine wirklich wunderschöne Bucht, deren Ende aber bereits von unzähligen Wohnmobilen bevölkert ist. Es gibt kaum noch einen freien Parkplatz. Wir finden dies sehr unangenehm, wenn zu viele Wohnmobile ein kleines Dorf derart in Beschlag nehmen. Wir bleiben dennoch für diese eine Nacht dort stehen, da es schon spät ist. Wir tragen unsere Strandstühle plus Sundowner nach vorne an die Wasserlinie und genießen den fantastischen Sonnenuntergang. Am nächsten Tag fahren wir einige km weiter und finden einen ruhigen Platz in der Nähe einer riesigen Tomatenplantage.

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letztes Update:

08.10.2017

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