New York - Syracruse

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New York State empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein, endlosen Wäldern mit vielen dunklen Tannen, aber auch mit noch immer gelbleuchtenden Bäumen, darunter besonders viele Lärchen. Die Landstraße führt uns durch schier endlose Natur, kaum unterbrochen von winzig kleinen Straßendörfern, oft kaum mehr als eine Ansammlung von 10 oder 20 Häusern. So ländlich habe ich mir den Staat New York gar nicht vorgestellt. Wir fahren an sehr gepflegten Anwesen vorbei, liebevoll geschmückt mit Kürbis und allerlei Herbstdeko. Bei unserer nächsten Wanderung stellen wir wieder fest: Ein Wanderweg in den USA ist wirklich etwas völlig anderes als in Europa. Abgesehen von den Warnhinweisen für Leib und Leben führen diese auch immer über Stock und Stein direkt in die Wildnis. Nichts für Fusskranke und Orientierungs-Legastheniker.  Die Wälder hier sind echt überwältigende Natur! Wir erreichen Syracruse, die erste richtige amerikanische Stadt. Zuerst entdecken wir einen Aldi-Markt. Dort war zum Glück gerade die „Deutsche Woche“ und so können wir Roggenvollkornbrot auf Vorrat kaufen. An der Kasse stellen wir fest, dass hier genau so schnell gearbeitet wird wird, wie im deutschen Aldi. Welch ein Unterschied zur gemütlichen Arbeitsweise in den anderen Märkten. Wie so oft parken wir auch heute wieder bei Walmart. Von zwei „neugierigen“ jungen Leuten, die unseren MAN bestaunen, bekommen wir einen Tip und besuchen am Samstag den Farmer-Market in Syracruse. Hier sieht man wirklich nur vom jeweiligen Anbieter selbsterzeugte Waren. Alles wird sehr urig präsentiert und die Preise sind human. Es ist eine willkommene Abwechslung zum Angebot der großen Supermarktketten, die wahnsinnig viel abgepackte Lebensmittel anbieten, aber leider nicht die Vielfalt an frischen Salaten und Gemüsen, die wir so kennen.

Rochester

Die nächste Stadt, die wir erreichen ist Rochester und die ist der Hauptsitz von KODAK mit einem monumentalen Verwaltungsgebäude im Stadtzentrum. Die Stadt liegt direkt am Ufer des Ontario-Sees. Beeindruckend ist die Größe dieser Seen, man glaubt vor dem Mittelmeer zu stehen. Sogar ordentlicher Wellengang ist vorhanden. Ich probiere mit der Zunge - es ist wirklich Süßwasser! Egal, wo wir anhalten, es kommen immer sofort Leute, die ein Gespräch suchen. Die Menschen erzählen auch viel von sich, sind interessiert und offen. Kein bisschen oberflächlich, wie so oft gehört. Auch heute bekommen wir wieder einen Tipp, wo es einige Läden und Restaurants gibt. Dort entdecken wir zufällig beim abendlichen Schlendern einen In-Laden mit Trauben von Menschen, die dort hineinströmen. Also nix wie hin. Es gibt unendliche Variationen von Hot-Dogs, die alle Namen von Hunderassen haben. Michael nimmt den Cincinnati Red Dog und ich einen  Carribbean Wild Dog. Auch hier werden wir von der Qualität des Essens in einem einfachen Restaurant nicht enttäuscht. 

Niagara Falls

Auf dem Weg zu den Niagara-Fällen fahren wir wieder bei strahlendem Sonnenschein auf dem Lake Ontario State Parkway auf einer 4-spurigen, völlig einsamen Straßen immer am Ontario-See entlang. Kaum ein anderes Fahrzeug ist auf dieser Strecke zu sehen. Ohnehin sind wir offenbar das einzige Wohnmobil das zu dieser Jahreszeit hier herumfährt. Die Landschaft wird lieblich und an beiden Straßenseiten sieht man endlos lange Obstplantagen mit Apfel- und Pfirsichbäumen. Teilweise hängen die Bäume noch voller knallroter Äpfel - und das Mitte November! Wir nehmen einige der zum Teil heruntergefallenen Äpfel mit und genießen die Fahrt bei diesem Traumwetter. Wie überall an den canadischen und amerikanischen Binnenseen sind in dieser Jahreszeit alle Boote aus dem Wasser genommen worden, wohl weil die Süsswasserseen im Winter zufrieren. Die Boote werden hier ordentlich mit Schrumpffolie überzogen und an Land abgestellt.

 

Am späten Nachmittag erreichen wir die Mündung des Niagara-River in den Lake Ontario. Wir sehen luxuriöse, schlossartige Häuser auf riesigen Grundstücken von 10.000 m² und mehr, zwischen  uralten, riesengroßen Laubbäumen im Vorgarten, eins um das andere aufgereiht über viele Kilometer. Da kann man schon etwas neidisch werden. Von dort ist es nur noch ein Stück zu den Niagara-Falls. Wir möchten gerne noch mit der ¨Maid of the Mist¨, einem kleinen Ausflugsboot direkt unterhalb der tosenden Wassermassen fahren. Leider verfehlen wir die Ablegestelle des letzten Bootes für diese Saison und landen auf der Brücke nach Canada. Die Wasserfälle sind von der canadischen Seite ohnehin viel eindrucksvoller und so nehmen wir erneut die kurze Grenzabfertigung und die dazugehörige Brückenmaut in Kauf und landen schliesslich auf dem großen Parkplatz. Für diesen muss man stolze 18,00 Can$ berappen, aber das ist egal, denn die Schönheit der Wasserfälle macht das sofort vergessen. Es ist wirklich eindrucksvoll zu sehen, wie die riesigen Wassermassen mit hoher Geschwindigkeit auf die Kante der Niagara-Fälle zurasen und begleitet von einem unglaublichen Getöse in die Tiefe stürzen. Wir können die letzte Fahrt der ¨Maid of the Mist¨ bis nahe an den sprühenden Wasserdampf beobachten. Eigentlich wären wir ja gerne mitgefahren, um die gewaltige Kraft der Fälle von unten erleben zu können. Na ja, vielleicht klappt das ja im nächsten Jahr, wenn wir von Alaska über Canada kommend, etwas früher im Jahr noch einmal die Ostküste der USA abfahren wollen.  

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letztes Update:

08.10.2017

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